Abenomics: Bernankenomics mit einer Prise Harakiri

Gelddrucken schaffe keine Inflation, heißt es oft. Aber warum setzt Japan dann bei der Jagd nach Inflation auf Unmengen neues Geld?

Shinzo Abe ist ein erfolgreicher Mann. Zumindest derzeit. Nicht nur, dass die Japaner ihn zu ihrem 90. Premierminister gewählt haben – er hat für sein Wirtschaftsprogramm sogar ein eigenes allgemein akzeptiertes Label bekommen: „Abenomics“ – macht was her, oder? Mehr lesen »

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EZB vor Zinssitzung: Da geht noch was, oder?

Egal, ob die EZB am Donnerstag die Zinsen senkt oder nicht, fest steht: Mario Draghi kann es nicht allen recht machen. Denn Deutschland hätte gerne höhere Zinsen. Und die wird es garantiert nicht geben.

[Wien] Mario Draghi ist kaum zu beneiden. Als er Ende 2011 dem Franzosen Jean-Claude Trichet an der Spitze der Europäischen Zentralbank nachfolgte, nahm der ehemalige Notenbank-Chef Italiens immerhin eine 50-prozentige Gehaltskürzung in Kauf (von rund 760.000 auf rund 370.000 Euro pro Jahr). Und wofür? Draghis Bilanz kann sich zwar durchaus sehen lassen – immerhin darf er von sich behaupten, den Euro erstmal „gerettet” zu haben. Aber Dank darf er sich nicht erwarten. Der EZB-Chef kann es nicht allen recht machen – das ist sozusagen Teil des Jobs.

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Frankreich verzweifelt am „Austeritätsdogma“

Paris verfehlt sein Defizitziel, bekommt von der EU mehr Zeit und die sozialistische Regierung versucht, einen Triumph herbeizureden: Dies sei „eine Wende in Europa“, so Finanzminister Moscovici. Nicht alle sehen das so.

Wien. Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici ist begeistert. Dass die EU-Kommission Paris mehr Zeit zur Haushaltssanierung geben wolle, sei das Ende des „Austeriträtsdogmas“, sagte er am Wochenende einem großen französischen Radiosender. Mehr noch: „Dies ist entscheidend, dies ist eine Wende in der Geschichte des europäischen Projekts seit der Einführung des Euro.“
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Matter Glanz: Chancen und Risken bei Silber

Silber ist kein Gold, das muss man wissen. Die „Papiergeldskepsis“ hilft dem Silber zwar, aber es bleibt ein Industrierohstoff, kein Geld. Die (vermeintliche) Sicherheit von Gold bietet Silber nicht.

Wien. „Goldene Zeiten“, der „Goldene Schnitt“, die „Goldmedaille“: Die tiefe Faszination der Menschen von dem gelb glänzenden Metall hat dem Gold nicht nur in der deutschen Sprache eine schier ewige Sonderstellung verschafft. Und Silber? Der „kleine Bruder“ kommt immer auf Platz zwei – nicht nur bei Sportveranstaltungen. Der Zweikampf um die Rolle des besseren „Geldmetalls“ ist längst entschieden. Und Gold hat gewonnen. Auch wenn man freilich nie ausschließen kann, dass „der Markt“ (also „die Menschen“) es sich plötzlich anders überlegt.

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Taghizadegan: “Je mehr Ökonomen, desto schlechter”

Die “Experimente der Volkswirte” hätten unglaublichen Schaden angerichtet, sagt Philosoph Rahim Taghizadegan. Die Krise sei erst vorbei, wenn die Menschen erkennen, dass sie nicht so wohlhabend sind, wie sie glauben.

Interview, geführt mit Matthias Auer

Wir sind im Jahr fünf der Krise. Ein klarer Weg hinaus ist nicht in Sicht. Wie kann es sein, dass sich die Ökonomen nach hunderten Jahren Streiterei noch nicht einig sind?

Rahim Taghizadegan: Die Ökonomie ist von Ideologie durchdrungen. Gleichzeitig hat sie die fundamentalsten Auswirkungen auf Einkommen und Strukturen in der Gesellschaft. Entsprechend groß sind die Interessen. Einer der größten Irrwege der vergangenen 100 Jahre ist aber der Eifer der Ökonomen, die Prognosefähigkeit der Naturwissenschaften zu erreichen. Dieser Versuch muss scheitern.

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Die Bundesbank verschärft den Ton

Jens Weidmann, Chef der Deutschen Bundesbank, geht mit der EZB hart ins Gericht und warnt vor der „Erpressung“ der Zentralbank durch die Krisenländer.

Wien. Würde man die Finanzwelt auf einen Schulhof reduzieren, es gäbe grob drei Gruppen: die Banker und Spekulanten, das wären die coolen Kids, die auch einmal unnötige Risken eingehen. Die Rolle der Regulatoren übernimmt in diesem Bild eindeutig die überarbeitete und unterbezahlte Lehrerschaft. Und die Notenbanker, die Währungshüter – das wären die Nerds, die zu große Brillen tragen und ein bisschen zu viel Skepsis in sich tragen, um ihre „Kindheit“ ungezügelt genießen zu können. Diese Nerds sind es gewohnt, untereinander in Codes zu reden – die außerhalb der Gruppe ohnehin kaum verstanden werden. Sie bedienen sich dabei selten strenger Worte. Aber manchmal sickert etwas durch. So wie jetzt eine 29-seitige Stellungnahme des Bundesbank-Chefs, Jens Weidmann, die via „Handelsblatt“ an die Öffentlichkeit geraten ist. Eigentlicher Adressat des geheimen Papiers: das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Der Inhalt ist beunruhigend: Die Nerds, die unser Geld hüten, zerstreiten sich immer mehr.

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Goldpreis macht auch Zentralbanken “ärmer”

Die Notenbanken halten 19 Prozent allen Goldes. Der Preisrückgang drückt auf ihre Bilanzen, zumindest auf die der „modernen“ Zentralbanken. Die asiatischen Länder dürften die Gelegenheit zum Nachkauf nutzen.

Wien. Nach dem großen Einbruch des Goldpreises am Freitag vergangener Woche sowie am Montag (von 1560 auf 1340 Dollar), stehen auch die internationalen Zentralbanken „ärmer“ da. Der Rückgang im Preis des Edelmetalls schmälerte den Wert ihrer Goldreserven um die erkleckliche Summe von rund 560 Mrd. Dollar (426 Mrd. Euro). Die Währungshüter halten genau 31.694,8 Tonnen physisches Gold als Teil ihrer Reserven (siehe Grafik). Laut dem in London ansässigen World Gold Council sind das rund 19 Prozent aller Goldbestände. (Das WGC schätzt, dass rund 171.000 Tonnen Gold existieren.) Mehr lesen »

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Nach Gold-Crash: Nachfrage nach Münzen und Barren zieht weiter an

Der Goldpreis sinkt und bei den Goldhändlern in Österreich und Deutschland ist “die Hölle” los. Aber verkaufen will kaum jemand. Sehen wir die langsame Abkoppelung des physischen Goldmarktes vom Derivatehandel?

Wien. Während Spekulanten und ihre Computerprogramme bei Papiergold-Derivaten auf „Verkaufen“ drücken – nutzt die Bevölkerung in Österreich, Deutschland und Asien die gesunkenen Preise, um physisches Gold nachzukaufen. „Es ist die Hölle los“, sagt Rudolf Brenner vom Edelmetallhändler Philoro, der Shops in Wien, Salzburg und Leipzig betreibt. Man verzeichne den fünffachen Umsatz normaler Tage. „Auf der physischen Seite sehen wir derzeit einen extremen Nachfrageüberhang – alle kaufen zu“, so Brenner. Mehr lesen »

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Tom G. Palmer: “Die jungen Menschen werden beraubt”

Der liberale US-Politologe Tom G. Palmer hat Ende der 1980er-Jahre Bücher von Wien in den Osten geschmuggelt. Heute warnt er vor einem Kollaps der westlichen Wohlfahrtsstaaten. Junge Menschen sollten die Möglichkeit haben, aus dem System auszusteigen.

Haben Sie das Ende des Kalten Krieges in Wien miterlebt?

Tom Palmer: Ja, in den Jahren 1989 und 1990 habe ich in Wien gelebt, aber ich war vorher schon öfter da. In den späten 1980ern hatte ich das Gefühl, dass der Kommunismus erledigt ist. Damals war das nicht so klar, wie es im Nachhinein aussieht. Die Frage war aber: Was kommt danach? Es ist ja nicht selbstverständlich, dass nach einem tyrannischen Regime etwas Besseres kommt. Also bin ich nach Wien gezogen und habe zu schmuggeln angefangen.

Schmuggeln?

Ich hoffe, ich kann das inzwischen offen sagen (lacht). Ja, ich habe damals Bücher, Kopier- und Faxmaschinen in die kommunistischen Länder geschmuggelt. Nach Tschechien, Ungarn, in die Sowjetunion und so weiter. Dort gab es damals wenig. Mehr lesen »

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Japan steigt in den “Währungskrieg” ein

Japan will gewaltsam Inflation erzeugen. Einzig: Die USA und England sind hier um Jahre voraus – die EZB versucht bereits den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik. Und China stellt sich gegen Japans Kurs.

Wien. Wenn „Männer fürs Grobe“ in den Chefsessel einer Notenbank gehoben werden, ist die Lage meist prekär. Und dass Haruhiko Kuroda – Japans neuer Zentralbankchef – so ein „Mann fürs Grobe“ ist, daran besteht kein Zweifel. Zum Amtsantritt gab der Wunschkandidat der Regierung die Marschrichtung unmissverständlich bekannt: In Japan soll es bergauf gehen – mit Geldmenge und Inflation. Und zwar um das Doppelte. Binnen eines Jahres (siehe Artikel unten).

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