Euro-Krise, Griechenland: Streit zwischen Deutschland und Frankreich

by williambanzai7

Während die Proteste in Athen eskalieren (Video, FAZ) herrscht komplette Unklarheit darüber, wie es weitergehen soll. Premierminister Papandreou hat gestern seinen Rücktritt angeboten – für den Fall, dass eine “Einheitsregierung” den Job übernehmen will. Die Opposition sträubt sich aber bisher und verlangt die komplette Neuverhandlung des “Rettungspaketes” mit EU/IWF/EZB. (Das “Rettungspaket” besteht für Griechenland hauptsächlich aus massiven Einsparungen im Sozialstaat und sommerschlussverkaufartigen Privatisierungen.) Papandreou will jetzt das Kabinett umbilden und im Parlament die Vertrauensfrage stellen. (FAZ)

Eine Neuverhandlung des Pakets wird von der EU/IWF/EZB-Troika freilich nicht gewünscht. Die Idee von der “Einheitsregierung” dürfte hingegen im Sinne der Troika sein. Aber auf EU-Ebene herrscht alles andere als Einigkeit darüber, wie mit Griechenland (und mit der Euro-Krise) zu verfahren ist. Ein weiteres Notfalls-Meeting der EU ging am Dienstag ohne Ergebnis zu Ende. Kommenden Sonntag treffen sich die EU-Finanzminister in Luxenburg, am 23. und 24. Juni gibt es einen weiteren Gipfel. Bloomberg berichtet aber schon, dass mit einer Entscheidung über das zweite “Rettungspaket” wohl nicht vor Juli zu rechnen ist.

Frankreich und Deutschland liegen im Clinch. Während Deutschland zuletzt verstärkt eine Beteiligung von “Privaten” (sprich Banken) an weiteren Hilfen fordert, wehrt sich Frankreich noch immer “gegen jede Form von Bankrott”. Eine Bankenbeteiligung an der Griechenlandhilfe lehnt Frankreich ab. (n-tv) Warum? Die US-Ratingagentur Moody’s  hat bereits die Herabstufung von drei wichtigen französischen Banken wegen der Griechenland-Krise angedroht. (FAZ) Inzwischen flieht sogar die größte Bank Griechenlands aus Anleihen des eigenen Landes. (Spiegel)

Für den Euro sind diese Entwicklungen alles andere als erfreulich. Gegenüber dem Schweizer Franken erreicht die Einheitswährung derzeit einen Tiefststand nach dem anderen. (Reuters) Und gegenüber Gold steht der Euro kurz vor einem neuen Tiefststand – der Goldpreis in Euro steigt seit einigen Tagen wieder rasant – ein untrügliches Zeichen für die Schwäche des Euro.

UPDATE:

Entscheidung über neue Griechenhilfe erst im Juli (Die Presse)

IWF gerät wegen Griechenland langsam in Panik (Focus)

Kreise: Deutschland will Griechen-Paket erst im September (Reuters)

 

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6 Kommentare

  1. Florian Mauthe
    Erstellt am 16. Juni 2011 um 12:03 | Permanent-Link

    Tja, das wars dann wohl. Jetzt wird’s langsam ungemütlich. Es ist halt doch ein Unterschied, ob ein Unternehmen und Großbanken pleite gehen oder ganze Volkswirtschaften. Hier wird auf eindrucksvollste Weise bestätigt, dass das Volk der Staat ist. Etwas was die girechische Bevölkerung jahrzehntelang nicht wahrhaben wollte: Korruption und schlechte Steuermoral, dazu verantwortungslose Regierungen verursachen im Endeffekt Chaos und Anarchie. Außerdem wird hier erstmals deutlich, dass wir (Europa) uns die Rettung Griechenland vielleicht finanziell durchaus leiten hätte können, aber die politische Realität um das Land langfristig zu Reorganisieren an den Menschen kläglich scheitert. Es gab bereits ein System, das sich am Papier gut gelesen und Wohlstand, Glück und Segen versprochen hat. Wie wir wissen ist dieses kläglich gescheitert. Nicht das System hat versagt, sondern die menschliche Natur war dafür nicht geeignet. Möglicherweise erleben wir nun das Versagen eines weiteren Gesellschaftssystems. Geld allein macht halt nicht glücklich – die Menschen wollen es auch besitzen ;-)

  2. Erstellt am 16. Juni 2011 um 14:30 | Permanent-Link
  3. Erstellt am 16. Juni 2011 um 14:31 | Permanent-Link

    Josef Ackermann
    Bankrott Griechenlands wäre eine Art Kernschmelze

    http://www.biallo.at/artikel/Kredit/josef-ackermann–bankrott-griechenlands-waere-art-kernschmelze.php

  4. Erstellt am 16. Juni 2011 um 14:36 | Permanent-Link
  5. Hakon
    Erstellt am 28. Juni 2011 um 15:41 | Permanent-Link

    Die Eu hat nich die gelder um griechnland portugal und irland zu retten bzw deutschland hat nciht das geld den de stellt 60% der eu finanzen

  6. Erstellt am 11. Juli 2011 um 19:21 | Permanent-Link

    Und inzwischen ist auch Italien dran!

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